Optimal vorbereitet zum Vorstellungsgespräch

In diesem Modul geht es jetzt darum, sich persönlich in Terminen bestmöglich zu präsentieren und Vorstellungsgespräche optimal vorzubereiten und natürlich auch durchzuführen.

Einerseits ist so ein Gespräch ja in der Regel nichts, was Sie häufig machen, also keine Routine haben. Andererseits ist es ein extrem wichtiger Moment in Ihrem beruflichen Leben, der für viele Menschen einer Prüfungssituation gleicht. Diese Kombination führt normalerweise und verständlicherweise zu einem erhöhten Adrenalinspiegel – aber mit einer gründlichen Vorbereitung können sie diesen niedrig halten. Und wer sich so gut über die vorangegangenen Kapitel des JOB FINDER SYSTEM® vorbereitet hat, dem wird das sehr viel leichter fallen.

Die schlechte Nachricht vorweg: Ein Bewerbungsgespräch kann gründlich danebengehen. Die beiden häufigsten Gründe sind: Wenn erstens die Papierform nicht mit der Persönlichkeit übereinstimmt oder zweitens der Bewerber oder die Bewerberin nicht oder nur schlecht vorbereitet ist. Ich will es Ihnen ganz deutlich sagen: Wenn der Mensch auf der anderen Seite das Gefühl hat, Sie wären nicht engagiert, dann geht es schief. Das bedeutet im Klartext: Engagement beginnt beim eigenen, richtig gut gemachten Lebenslauf und endet mit der intensiven Beschäftigung mit dem Unternehmen, bei dem Sie sich bewerben. Aus meiner langen Erfahrung mit sehr vielen Personaleinstellungen und als Beraterin kann ich Ihnen sagen, dass es auf diese zwei Punkte extrem ankommt.

Kennen Sie sich und kennen Sie das Unternehmen, bei dem Sie sich vorstellen. Alles – und damit meine ich wirklich alles – was zu Ihnen und zum Unternehmen zu sagen und zu finden ist, müssen Sie „drauf“ haben. Hier zahlt sich nun wiederholt aus, wie wertvoll der investierte Aufwand in die eigene berufliche Biografie war. Denn das ist jetzt alles stabil in Ihren Gehirnwindungen abgelegt und kann jederzeit abgerufen werden – das ist das Ziel der Übung.

In diesem letzten Kapitel zeige ich Ihnen also, wie Sie sich zumindest von Ihrer Seite aus perfekt vorbereiten. Dazu habe ich eine eigene einfache Methode entwickelt – die Trichtertechnik

Denn natürlich kann es immer vorkommen, dass von der Gegenseite Irritationen kommen – aber je besser Sie sich vorbereitet haben, umso gelassener können Sie diesen begegnen.

In diesem ersten Schritt der Vorbereitung geht es darum, dass Sie sich im Bewerbungsgespräch so präsentieren, dass Ihr Gegenüber sofort Ihren beruflichen Entwicklungsweg nachvollziehen kann. Ja, sie haben das alles in Ihren Unterlagen aufgeschrieben. Aber gehen Sie davon aus, dass eine Führungskraft, die viele Vorstellungsgespräche führt, nicht die Zeit hat, sich mit jedem Lebenslauf so intensiv zu befassen, dass sie genau diesen Weg präsent hat.

Das A und O bei dieser Vorstellung Ihres beruflichen Werdegangs ist, dass Sie im Kopf des Gegenübers Bilder erzeugen, Ihren Weg bildhaft vermitteln. Das macht Ihre Vorstellung lebendig, denn Sie müssen die Aufmerksamkeit Ihres potenziellen Arbeitgebers hochhalten. Erfahrungsgemäß lässt diese nämlich schon nach einigen Minuten stark nach.

Umsetzung des Gelernten auf dem Weg zur Traumbeschäftigung

Im Kapitel 10 geht es zum Schluss um den Einlauf in die Zielgerade. Ihr Lebenslauf, Ihre Vorstellung nach der Trichtertechnik sitzt? Wunderbar! Dann kümmern wir uns jetzt darum, das Unternehmen, bei dem Sie sich beworben haben, besser kennenzulernen. Das bedeutet:

  1. Sie beschäftigen sich mit dem Unternehmen und der Stellenausschreibung,
  2. Sie suchen Übereinstimmungen und führen das Matching mit Ihnen durch,
  3. Sie bereiten eigene Fragen vor,
  4. Sie wappnen sich für ungestellte Fragen, falls es in Ihrem CV kritische Punkte wie Lücken oder häufige Wechsel gibt,
  5. und Sie bereiten sich auf den Schluss des Gesprächs vor, in dem es um Ihre Gehaltsvorstellungen und den Eintrittstermin gehen wird.

So intensiv, wie Sie sich bisher im Rahmen der Jobsuche mit sich selbst befasst haben, wenden Sie sich jetzt der Firma und der ausgeschriebenen Position zu. Denn denken Sie daran: Wenn Ihr Gegenüber im Vorstellungsgespräch nicht das Gefühl hat, dass Sie sich wirklich engagiert haben, dass sie interessiert sind und sich intensiv mit seinem Unternehmen befasst haben – dann kann Ihr Profil noch so gut passen: Die Person wird unweigerlich Rückschlüsse auf Ihr sonstiges Engagement ziehen. Wenn er zu dem Schluss kommt, dass das fehlt, sind Sie raus. Aktuelle Umfragen bei HR-Experten bestätigen das. Wenn nach Absagegründen im Auswahlverfahren gefragt wurde, steht auf Platz 2 schlecht vorbereitete Kandidaten.

Also hängen Sie sich auch hier noch einmal ordentlich rein – es lohnt sich.

Was täten wir nur ohne das Internet? Zum Glück erleichtert es uns die Recherche beträchtlich. Trotzdem sollten Sie mindestens ein bis zwei Stunden für die Vorbereitung einkalkulieren. Und, ganz wichtig: Fangen Sie mit der Recherche über das Unternehmen bitte einige Tage vor dem Vorstellungsgespräch an. Wenn Sie es erst am Tag davor tun, wird es im Gespräch wegen der Aufregung von Ihrer Festplatte im Kopf gelöscht sein.

Nehmen Sie sich also die Zeit und recherchieren Sie gründlich auf der Website des Unternehmens. Lesen Sie Presseinformationen, bei größeren Unternehmen den Geschäftsbericht, zumindest die ersten Seiten und den Lagebericht. Hier finden Sie wichtige Hinweise auf die Situation und vor allem auf die Zukunftsperspektive und Strategie der Firma.

Googeln Sie das Unternehmen, die verantwortlichen Personen und auch die beteiligten Personen (ohne auf deren Xing – oder Linkedin -Profil zu gehen, das ist uncool). Drucken Sie die interessantesten Texte aus und lesen Sie sie aufmerksam durch. Markieren Sie dabei mit einem Leuchtstift Aspekte, die Ihnen ins Auge fallen. Also zum Beispiel: Was finden Sie positiv? Wo erkennen Sie eine Verbindung zwischen sich selbst und dem Unternehmen? Wo passen Sie besonders gut zusammen? Häufig können Sie zwischen den Zeilen oder ganz explizit einiges zur Unternehmenskultur in Erfahrung bringen. Oder zum Anspruch, zum Qualitätsbewusstsein, zum Dienstleistungsgedanken. Überlegen Sie, in welchen Punkten die Haltung des Unternehmens und Ihre eigene gut harmonieren.

Der Problem-Klassiker: Eigene Fragen im Bewerbungsgespräch

Zu einer guten Vorbereitung gehören auch Ihre Fragen. In der Regel gibt Ihnen der Gesprächspartner im Verlauf oder am Ende des Gesprächs die Gelegenheit, auch eigene Fragen zu stellen. Dazu sollten Sie sich vorab einige überlegt haben. Ganz operative, z. B. „Wie groß ist das Team, in dem ich arbeiten werde?“, „Mit welcher Kundenstruktur werde ich es zu tun haben?“, „Wie ist mein Arbeitsplatz ausgestattet?“ oder andere Dinge, die Sie interessieren. Stellen Sie aber gern auch strategische Fragen, z. B. in welche Richtung sich das Unternehmen entwickeln will, welche Pläne es für die Produktentwicklung gibt, in welche Märkte man künftig eintreten möchte usw. Fragen Sie auch nach Entwicklungsmöglichkeiten.

Ganz wichtig ist: Schreiben Sie sich diese Fragen auf, notieren Sie sie auf einem sauberen Blatt Papier und nehmen Sie dieses mit ins Gespräch. Selbst wenn im Gesprächsverlauf schon alle Fragen beantwortet wurden und Ihnen wirklich nichts mehr einfällt, dann sagen Sie einfach: „Wunderbar, es sind schon alle Fragen beantwortet, die ich mir vorher überlegt hatte.“ Wichtig ist, dass Ihr Gegenüber im Vorstellungsgespräch sieht, dass Sie sich vorher mit möglichen Fragen auseinandergesetzt haben.

Natürlich gibt es noch diverse weitere Aspekte, die in einem Vorstellungsgespräch eine Rolle spielen, dazu mehr, wenn Sie mit dem JOB FINDER SYSTEM ® arbeiten.

Jetzt sind wir am Schluss angekommen! Sie werden – wenn Sie es konsequent tun – einige Zeit investieren. Aber mit Sicherheit wird sich das lohnen. Denn Sie können davon ausgehen, dass Sie sich durch diese intensive Vorbereitung auf jeden Fall in jedem zukünftigen Gespräch besser präsentieren werden. Und damit erhöhen Sie genau Ihre Chancen auf das passende Jobangebot.