Wie Sie sich richtig bewerben

Im Modul II des JOB FINDER SYSTEM®  geht es um Ihre perfekten Bewerbungsunterlagen – das Anschreiben und der Lebenslauf mit einem Ihrem Typ entsprechenden Bewerbungsphoto, Modul I war das Vorspiel dazu. Ihre Bewerbungsunterlagen bestehen aus drei Komponenten: dem Lebenslauf, dem Anschreiben und den Anlagen, Ihre Zeugnisse und Weiterbildungsnachweise.

Meine Kunden arbeiten beim Lebenslauf alle mit einem Deckblatt. Dieses Deckblatt ist extrem wichtig – denn der Mensch, der es liest, wird innerhalb von 15 bis 20 Sekunden in der Lage sein, vollumfänglich zu erfassen, was Sie als potenzieller Mitarbeiter oder Mitarbeiterin zu bieten haben.

Dieses Deckblatt sollten Sie dann mit ein wenig Abstand anschauen und sich fragen: Wird jemand, der mich überhaupt nicht kennt, mich anhand dieser Seite als Mitarbeiter und Mensch einschätzen können? Wenn ja, dann haben Sie alles richtig gemacht und Ihre Arbeit hat sich gelohnt. Testen Sie das durchaus mit Ihrem Partner oder Ihrer Partnerin, Freunden und Bekannten, Sie werden erstaunt über deren Reaktionen sein, denn so haben die Sie noch Sie gesehen.

In diesem Modul stelle ich Ihnen viele echte (natürlich anonymisierte) Lebenslaufmuster von Kunden mit sehr unterschiedlichen Berufsbildern und Branchen zur Verfügung, die ich erfolgreich beraten habe. Viele von Ihnen haben sich vorher erfolglos beworben und kamen mit dieser neuen Selbstpräsentation zügig zum neuen Job.

Das Besondere ist – Sie sehen bei diesen Musterlebenläufen einen Vorher/Nachher Vergleich einer Bewerbung. D. h., Sie können genau nachvollziehen, wie sich bei anderen die Bewerbungsunterlagen verändert haben. Sie können diese Muster auf sich übertragen und für sich das Beste daraus aussuchen. Wie sagte eine Kundin so schön: Von einem langweiligen Einseiter zu einer Karriere.

Übrigens: Diese Muster und Vorlagen und auch die inhaltliche Erarbeitung eignet sich für jeden, da ich in Kapitel 4 die Er- und Bearbeitung für unterschiedliche Hierarchieebenen beschreibe, also sowohl für Fachkräfte als auch für Führungskräfte bis hin zum Manager.

Nun noch ein Blick auf das Anschreiben.

Häufige Fehler im Bewerbungsschreiben

Eine böse Falle bei den Anschreiben ist: Schon mit Floskeln zu beginnen im Sinne von „… Ich suche eine neue Herausforderung“ – dafür stellt Sie niemand ein und es geht bei dieser Formulierung um Sie und nicht das was das Unternehmen braucht. Viele Bewerber beschreiben in Ihrer Bewerbung die eigene Biografie nochmal in einem Fließtext. Sie schreiben „zuerst war ich bei Firma X und habe Y gemacht, bevor ich zu Unternehmen Z wechselte und die Position ABC übernahm“ – und so weiter.

Manche packen auch Aspekte ins Anschreiben, die im Lebenslauf dann nicht mehr auftauchen. Wenn ich meine potenziellen Kunden bei einem Feedback auf fehlende Informationen im CV aufmerksam mache, höre ich oft „… das habe ich im Anschreiben erwähnt …“. Darin stecken gleich mehrere Fehler:

  • Da der Leser in der ersten Phase der Sichtung der Unterlagen wirklich wenig Zeit hat, man spricht von 2-3 Minuten, bleibt dann kaum noch Zeit übrig, um sich mit dem wirklichen wichtigen Dokument – Ihrem CV – zu beschäftigen.
  • Der Leser braucht beide Dokumente – Anschreiben und Lebenslauf – um ein vollständiges Bild zu erhalten. Das macht den Prozess kompliziert.
  • Sie erzeugen keine Übereinstimmung zwischen dem, was in der Stellenausschreibung gefordert wird und dem, was Sie beizutragen haben.
  • Außerdem ist es anstrengend, unstrukturierte Anschreiben im Fließtext zu lesen, und im Kopf des Lesers bleibt nichts hängen.

Das Schlimmste aber ist: Sie verschenken eine Chance, auf dem A-Stapel zu landen, also dem Stapel von Bewerberinnen und Bewerbern, die in die engere Wahl kommen.

Denn worum geht es im Anschreiben?

  1. Schaffen Sie eine Verbindung zwischen der Stelle, dem Unternehmen und Ihnen selbst
  2. Bringen Sie die wesentlichen Fakten auf den Punkt rüber
  3. Können Sie sich gut ausdrücken und – ganz wichtig:
  4. Können Sie fehlerfrei schreiben

Meine Anschreiben haben immer einen ähnlich strukturierten Aufbau aus fünf Elementen. Auch hierzu gibt es in Kurs 2 diverse Muster als Vorlagen.

Und zum Schluss: Achtung! Bitte nehmen Sie die abschließende Qualitätskontrolle sehr ernst. Fehler im Anschreiben und Lebenslauf gehen gar nicht. Denn sie suggerieren dem nächsten Arbeitgeber, dass Sie sich keine wirkliche Mühe gegeben haben und das folglich auch in der Zukunft nicht tun werden.

Ich weiß, das ist eine starke Behauptung von mir. Ganz grundsätzlich gilt: Bei Bewerbungen geht es nie um Geschwindigkeit. Senden Sie Ihre Unterlagen nie in Eile los. Lieber kommen sie einen Tag später an, als dass sie Fehler enthalten.

Nun kommt der „letzte Akt“ Ihrer Unterlagen: das Ihrem Kompetenzprofil entsprechende Bewerbungsphoto. In meinen 1:1 Beratungen begleite ich meine Kunden zum Fotografen, aber erst, nachdem wir die ganze Reflektions- und Unterlagenarbeit abgeschlossen haben. Denn erst dann kann man Kompetenz auf einem Bild transportieren – warum, der Selbstwert ist danach ein anderer.

Die Kraft des Fotos in einer Bewerbung

Ein gutes Foto trägt enorm zum viel zitierten ersten Eindruck bei, der bei einer Bewerbung möglichst professionell, aber auch authentisch und sympathisch sein sollte. Es trägt dazu bei, dass Sie sich von anderen Bewerbern abheben und soll eine überzeugende Ausstrahlung vermitteln. Und nach der sehr intensiven Arbeit mit sich selbst soll das Foto genauso ihre Kompetenz wiederspiegeln wie die Unterlagen.

Daher kommt es auch jetzt erst am Schluss, denn ich gehe stark davon aus, dass der gesamt vorherige Prozess aus Modul I Kapitel 1-2 und Modul II Kapitel 4-5 etwas sehr Positives mit Ihnen gemacht hat – Ihren Selbstwert gestärkt und gesteigert hat.

Doch leider ist es gar nicht mal so leicht, ein wirklich gutes Foto zu bekommen – und ich meine dabei nicht, dass es am Motiv liegt! Und weil das so wichtig ist, widme ich dem guten Bewerbungsfoto ein eigenes Kapitel. Sie haben es vielleicht schon gemerkt, ich überlasse nichts dem Zufall – und Sie sollten es auch nicht tun.